Leseprobe - Webseite der Autorin Magdalena Almado

Autorin & Ausdruckskünstlerin
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Leseprobe

BÜCHER > EROTIK > FINALE
Doch jetzt, am Morgen nach Medeas Herbstfest, ist alles anders, ganz anders, ausgelöst durch Medeas Dom, der mich wiedersehen möchte nach diesen wenigen aber intensiven Minuten ekstatischen Erlebens zwischen Tür und Angel. Er löst ein Verlangen und Sehnen in mir aus, das mich gerade vollkommen aus der Bahn wirft. Die anderen sitzen schon am Frühstückstisch, und auch Ralph ist unmittelbar nach unserer kurzen lustvollen Begegnung nach unten gegangen, nachdem ich mich hilflos verzweifelt von ihm losgerissen hatte.
So stehe ich hier im Vorzimmer von Medeas und Svens Haus und zittere am ganzen Körper, der vor Lust und Sehnsucht bebt…
Wie soll ich in diesem Zustand, von purer Lust erfüllt und unfähig mich zu beruhigen, nach unten gehen, um zu frühstücken? Mein Hunger, den ich gerade verspüre, ist ein vollkommen anderer, anders als ich ihn bisher erlebt habe, wenn ich Lust auf Sex hatte, einfach ganz anders…

Anweisungen
Noch bleiben mir einige Tage der Beruhigung und Vorbereitung auf die Begegnung mit ihm.
Schon am nächsten Vormittag erhalte ich wieder eine Nachricht von meinem Maître:                
23.10.                                                                                                                                                        
11:19 MM: Guten Morgen Lis, Ich werde dir jetzt deine erste devote Grundhaltung beibringen:
1. Knie dich auf den Boden
2. Dein Hintern so tief wie möglich Richtung Boden
3. Spreiz deine Beine
4. Deine Hände liegen auf deinen Oberschenkeln, die Handflächen sind nach oben gedreht
5. Der Kopf ist leicht gesenkt und der Blick ist nach unten gerichtet. Diese Haltung erwarte ich, wenn ich das "Spielzimmer" betrete.
11:20 MM: Ich möchte, dass du das sobald wie möglich ausprobierst.
Ich will, dass du dir vorstellst, wie ich das Zimmer betrete, langsam um dich herumgehe, Dein Haar zu Seite nehme und …
11:21 MM: ... dir das Halsband anlege. Wie fühlt sich dieser Gedanke für dich an?
 
48 Stunden
Endlich beginnt das mir so neue Spiel mit dir.
 
Es ist unglaublich, was ich dir erlaube, mit mir zu machen, was ich bereit bin, selbst für dich zu tun. Tatsächlich ist es mir ausschließlich deswegen möglich, weil ich diese klare Entscheidung für mich getroffen habe, mich darauf einzulassen, ohne „wenn und aber“. Zugleich weiß ich, dass ICH jederzeit aussteigen kann aus diesem Spiel und auch dazu bereit bin, jederzeit wieder zu gehen – obwohl ich dir mein Herz schon sehr geöffnet habe, sogar mehr als meinen Körper.
 
Mein Körper bebt, als ich mich in die beiden von dir angewiesenen Positionen begebe, einerseits vor Lust, andererseits in unsicherer Erwartung dessen, was dabei auf mich zukommen mag.
Alleine schon deswegen, weil sich meine Lust über einen Monat aufgebaut hat, lässt mich dein dominantes Sein und der Beginn unseres gemeinsamen Spiels in derartig intensive Ekstase kommen, dass ich absolut alles genieße, was du mit mir machst – das Halsband und die Kette, die du mir anlegst, der Flogger, den du über meinen Rücken streifst, doch ihn nicht einsetzt, deine sehr klar gesetzten Schläge mit deiner flachen Hand auf meinem Po, deine Aufforderung, dich zu reiten (was mir ohnedies am meisten Lust bereitet), darum zu fragen, ob ich kommen dürfe oder es auch zu vergessen. Ich lasse mich in alles bedingungslos hineinfallen – vollkommen ergeben – und achte dennoch jeden Moment, wie es meinem Körper und auch meiner Seele damit geht.
 
Stuttgart
Dann legt uns unser Maître unsere Halsbänder um – Sophia ein zartes aus Metall und mir mein weißes Lederband mit den Lilien. Es ist nun endgültig der Zeitpunkt gekommen, der uns zu seinen Subs macht.
 
Unser gemeinsames Spiel für vier Stunden kann beginnen:
„Unser Maître“ nimmt uns an der Hand und führt uns in den Raum, in dem alles silber-schwarz ausgestattet ist, ganz neu und appetitlich, was mir zunehmend die Angst nimmt, mich dort irgendwo zu infizieren. Zuerst führen mich die beiden durch den Raum, damit ich mir alles ansehen kann. Danach müssen wir uns vor unseren Maître stellen, der uns die Regeln für diese Zeit vorgibt, um mit uns das Spiel, das er inszeniert hat, zu beginnen.
 
Alles, was nun kommt, ist ein Spiel, dem ich mich hingebe, weil ich neugierig bin, was es mit mir macht, weil ich wissen will, wie es mir damit geht, weil ich es erleben möchte – heute, an diesem Abend mit diesen beiden Menschen, die mich achtsam und würdigend in ihre Welt mitgenommen haben, um mir diese zu eröffnen.
 
Das, was ich hier erlebe, ist der Reiz des mir neuen Unbekannten, ist ein prickelndes Gefühl, wenn ich ein Bondage bekomme, meine Hände gefesselt werden, die Lederstriemen des Floggers meinen Körper berühren, ist Lust, die meinen Körper erfüllt, weil ich so etwas noch nie zuvor erfahren habe. Ich erlebe mich ambivalent in manchen Momenten, wenn Aussagen von unserem Maître kommen, die ich nicht zu verstehen vermag, weil sie mir so fremd im Zusammenhang mit Sex und körperlicher Nähe erscheinen und doch Teil des Spiels sind.
 
4 Stunden zu dritt
Es war für mich ein Wochenende der anderen Art – so ganz anders als unser erstes zu zweit in meinem Zuhause – ich erlebte es respektvoll, achtsam, liebevoll und lustvoll zugleich, doch habe ich die Tiefe, die bei unserem ersten Zusammensein immer wieder in Momenten für mich zu spüren war, nicht erleben dürfen, nur ein wenig in so manchen „Augenblicken“.
So denke ich zuletzt an die Worte des Tantra-Meisters Osho und gebe sie vereinfacht wieder (und erkläre sie dabei): Hast du einen oberflächlichen Orgasmus, brauchst du ihn gleich wieder (so wie ich gestern am Abend, als ich von unserem Wochenende heimgekommen bin)… hast du einen tantrischen Orgasmus, brauchst du lange keinen Sex mehr (dann hält das Gefühl der Erfüllung lange Zeit an)… hast du einen kosmischen Orgasmus, brauchst du Sex gar nicht mehr… was jedoch nicht bedeutet, dass du ihn nicht wieder gerne erleben willst – in GANZHEITLICHKEIT – ohne jede Anhaftung und Notwendigkeit (was bedeutet, dass man frei von der Sucht danach geworden ist)!
 
Schon lange habe ich mich entschieden, den Weg des Tantra zu leben, denn mit Oshos Worten wiedergegeben: Für Tantra ist das Leben wild. Man muss alle Gefahren, alle Risiken durchleben – und das ist herrlich, denn nur so können Abenteuer geschehen…
 
Ich danke dir, mein Maître, für dieses Abenteuer unseres Spiels!
In Ergebenheit, Lis
Ich danke dir, geliebter Ralph, dass du mich so achtsam in deine Welt mitgenommen hast!
In Liebe, Magdalena

Die Fetisch-Party
Um 21:30 Uhr erreichen wir mit dem Taxi den Club.
In der Garderobe ziehe ich meine Stiefel um, um dann von meinem Mann am Arm in den ersten Raum geführt zu werden, in dem sich die Bar befindet, an der schon „mein Maître Jean“ auf uns wartet. Als er mich sieht, starrt er mich mit großen Augen an, kommt auf uns zu und meint: „Lis, du siehst atemberaubend aus!“
 
Mein Mann zieht das Halsband aus seiner Sakko-Tasche, nimmt meine Hand und übergibt mich an Ralph. Mit seiner anderen Hand reicht er ihm mein weißes Leder-Halsband mit O-Ring und dem Symbol der Lilien.
Mein Maître legt mir dieses ganz bedächtig an, befestigt daran die Kette, küsst mich innig und begehrend, um mich dann durch die Räume zu führen und mir alles zu zeigen, während Isaias sich an die Bar setzt und das Geschehen beobachtet…
 
Das „lustvolle Spiel“ mit meinem Maître Jean kann nun für diesen Abend beginnen und er darf alles mit mir tun und geschehen lassen, was ich auf meiner Neigungsliste angegeben habe erleben oder ausprobieren zu wollen.

Epilog
Erleichtert und voller Zuversicht für meine und unsere gemeinsame Zukunft fliege ich am 9. April nach Mallorca, um danach am 11. Isaias am Flughafen abzuholen, der von Mexiko zurückkommen wird.
Mein Brief, den ich ihm bei seiner Ankunft übergebe, beinhaltet all das, was ich mir mit meinem Mann noch zu leben wünsche, vor allem aber meine Dankbarkeit dafür, dass er erkannt hat, was ich noch erleben musste, um wirklich frei für ihn zu sein, frei für unsere Liebe, die möglicherweise in manchen Momenten auch ein lustvolles Spiel beinhalten kann – fern von dem jedoch, was Schmerz und Demütigung bedeuten … ein Spiel in tiefer, hingebungsvoller Liebe und doch voller Lust.
Wir erleben in diesen wenigen Wochen bis zu unserer Abreise eine Tiefe, die uns noch inniger zusammenbringt, vor allem aber unsere Herzen und unsere Seelen bewusster verbinden lässt.
Ich fühle mich unendlich glücklich und dankbar für mein Leben –  mein Herz pocht voller Aufregung, als ich auf den Ozean blicke und die Silhouette von La Gomera vor mir auftaucht, während mich Isaias von hinten umfasst und mir leise ins Ohr flüstert:
„Sei willkommen zu Hause, meine geliebte Magdalena.“
 
 
 
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