Trance-Reisen - Webseite der Autorin Magdalena Almado

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Trance-Reisen

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Faun und Elfe

Ich erzähle dir von meiner gar wundersamen Begegnung an einem Fluss, der umgeben ist von Wäldern, Hügeln und mächtigen Felsen.

Als ich mich heute am frühen Morgen aufmachte, meinen Tag in der unberührten Natur zu verbringen, erfüllte mich ein gar tiefes Empfinden von friedvoller Ruhe. Die ersten Sonnenstrahlen bahnten sich ihren Weg durch die Wolken, die noch auf meiner Fahrt zu meinem Kraftplatz den Himmel bedeckten. Ich genoss es, mich entschieden zu haben, schon in aller Frühe aufzubrechen, da ich wusste, dass zu dieser Zeit nur ich mich dort befinden würde. Schon bei der Fahrt erlebte ich ein lichtvolles Schauspiel der immer kraftvoller strahlenden Sonne, das zuerst die Umgebung, durch die ich fuhr, in ein sanftes Rot-Orange tauchte, um dann in einem fulminanten Finale die Wolken zu durchbrechen und sich in ihrer vollen Schönheit zu zeigen. Ich kam somit schon mit der wärmespendenden Energie der Sonne zu meinem Lieblingsplatz am kühlen Fluss, durch den ich noch ein Stück mit der Strömung waten musste, um zu meinem Geheimplatz zu kommen.

So sitze ich nun hier, höre den Wind durch die Äste der Bäume gleiten, Vogelstimmen aller Arten und lausche hingebungsvoll dem Fluss des Wassers, das an jeder Stelle einen anderen Klang entfaltet. Vor mir befindet sich ein tieferes Wasserbecken zum Eintauchen, zu dem das Wasser über einige Abstufungen nach unten strömt, was mir ein Gefühl tiefer Sicherheit und Ruhe vermittelt. Ich genieße es, dem ständigen Rauschen zuzuhören, in dem Wissen, wie sehr wir alle im Fluss des Lebens getragen sind, wenn wir uns nur vertrauensvoll diesem übergeben. Keine schönere Musik kann für meine Ohren erklingen, als jene der Natur. Ich schließe meine Augen, um mich ausschließlich auf meine anderen Sinne zu besinnen. So vieles ist uns durch die scharfe und zumeist wertende Sicht der Augen verwehrt, wahrhaft zu sehen. So sitze ich ruhig und tief atmend hier und genieße den erwachenden Tag mit all seinen unterschiedlichen Geräuschen.

Wie lieb mir doch diese Klänge sind, wie sehr ich oftmals unter den von Menschen erzeugten Lärmquellen leide. Immer stiller wird es in meinem Inneren – mein Geist wird ruhig wie ein klarer Bergsee, meine Gedanken entschwinden meinem Bewusstsein und mein Atem wird immer tiefer. Ich spüre ein Lächeln in meinem Gesicht, rieche intensiv die außergewöhnlichsten Düfte um mich, ertaste den steinigen Boden mit meinen Handflächen und nehme alles intensiv wahr. Ich bin in diesem Augenblick unbeschreiblich glücklich, ohne irgendetwas zu benötigen, um dieses in mir tief empfundene Gefühl zu erleben. Das Wasser rauscht stetig dahin, die Blätter der Bäume säuseln im Wind und ein sanfter Windhauch streift über meinen nackten von der Sonne beschienenen Körper. Unendliche Dankbarkeit breitet sich in mir aus – eine Dankbarkeit für mein menschliches Dasein, das ich in einer derart unberührten Natur hier an diesem Platz genießen darf.

Ich habe keine Ahnung, wie lange ich so in dieser friedvollen Stille dagesessen bin, als mich plötzlich etwas an meiner Nase kitzelt, als wäre ein zarter Flügel an ihr vorbeigestreift. Unmittelbar danach habe ich das Gefühl, es würde mich etwas an meiner linken großen Zehe zwicken und in weiterer Folge streift ein sanfter Hauch über meine Hände, die ich in der Mitte zwischen meinen Beinen in Meditationshaltung ineinandergelegt habe.

Nun kann ich dem Drang, meine Augen zu öffnen, einfach nicht mehr widerstehen. Ganz langsam öffne ich meine Lider, um sie gleich wieder zu schließen, weil ich vor mir etwas gesehen habe, was bisher für meine Augen verborgen gewesen ist. Ich kann es nicht glauben … wieder öffne ich zaghaft meine Augen und sehe sie tatsächlich, all diese vielen Naturwesen, die ich bisher ausschließlich vage um mich fühlen konnte.

Ich blicke über das Wasser und sehe Gnome, Elfen und Feen in allen Farben, Formen, unterschiedlichen Größen und in all ihren unterschiedlichen Handlungen. Sie scheinen den Waldboden zu fegen, die Bäume nach Käfern abzusuchen, ein kleines Floß für den Fluss zu bauen und allen möglichen anderen Aktivitäten nachzugehen. Ich wage es kaum noch zu atmen, so berührt bin ich von dem, was sich mir zeigt und zugleich glaube ich, mich in einem Traum zu befinden …

© November 2015, Assam Media Verlag
220 Seiten, ISBN: 978-3-9503820-6-8
 
 
© 2015 by Assam Media Verlag
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